Moser Ernst, geb. 1979
Mein Rennbericht zum Ironman 2007 - Klagenfurt
Vor einer Woche fand der wichtigste Wettkampf meiner Saison statt. Erstmalig startete ich beim Ironman Austria (3.8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 41.195 km Laufen). Mein Ziel war es - wie auch für viele andere Athleten – die Qualifikation für die Ironman WM auf Hawaii zu schaffen. Insgesamt kämpften die rund 2200 Teilnehmer um nur 50 Hawaii-Startplätze, die auf die verschiedenen Altersklassen aufgeteilt wurden. Um einen kleinen Lebenstraum zu verwirklichen, musste ich in meiner Klasse (M25) unter die ersten drei kommen.
Meine Vorbereitung für dieses Rennen startete im Oktober letzten Jahres. Glücklicherweise war der heurige Winter nicht sehr schneereich, sodass ich den Großteil der Radeinheiten im Freien absolvieren konnte. Im März entfloh ich dann dennoch zwei Wochen der Kälte und schlug meine Zelte vorübergehend in Gran Canaria auf. Da ich schon längere Zeit das österreichische Mountainbike-Nationalteam als Physiotherapeut betreue, konnte ich Beruf und Sport dort ganz gut verbinden, was sich im restlichen Jahr aufgrund des sehr zeitaufwändigen Trainings als sehr schwierig gestaltet und mich manchmal dazu zwingt zu besonders früher oder später Stunde zu trainieren. Als selbständiger Physiotherapeut war es mir aber meistens möglich meine Arbeitszeit so einzuteilen, dass ich wöchentlich 20 Stunden Training unterbringen konnte.
Meine Vorbereitung verlief komplikationslos. Das schlug sich auch in den ersten Wettkämpfen nieder. So konnte ich unter anderem den dritten Platz bei der Duathlon-Staatsmeisterschaft erreichen, was zugleich die Qualifikation für die Duathlon WM bedeutete. Um das Training für mein Saisonziel nicht zu stören, verzichtete ich aber auf ein Antreten.
Am 8. Juli war es dann soweit. Der Ironman Austria in Klagenfurt konnte beginnen:
Da ich erst vor einem Jahr mit dem Schwimmtraining begonnen hatte, war diese Disziplin meine Schwächste. Dementsprechend großen Respekt hatte ich dann auch vor dem Start. Mit einem etwas mulmigen Gefühl stieg ich um 7 Uhr früh in den Wörthersee um mich dem Gerangel bis zur ersten Boje zu stellen. Schlußendlich war es dann gar nicht so schlimm. Ich bekam zwar den einen oder anderen Schlag ab, konnte aber trotzdem recht ruhig durchschwimmen. Im Lendkanal (letzter Schwimmkilometer) drehten sich meine Gedanken nur noch um die Schwimmzeit. Ich wusste, dass mit einer Zeit von rund 1:10 h die Qualifikation für die WM in weite Ferne rücken, ja wahrscheinlich sogar unmöglich werden würde. Um im Bereich von neun Stunden finishen zu können, und somit eine Chance auf einen Hawaii Ticket zu haben, musste ich unbedingt unter einer Stunde aus dem Wasser steigen. Als mir mein Trainer (Horst Stocker) „58 Minuten!“ zurief, war ich sehr erleichtert und konnte nun zum Überholen ansetzen, denn ich lag mit dieser Zeit nur an der gesamt 240. Stelle.
Mein nächstes Ziel war es die 180 Radkilometer in unter fünf Stunden zu bewältigen. Nach der ersten von zwei Runden war ich schon auf den 90. Platz vorgerückt.

Schlußendlich bedeutete ein Schnitt von 37 km/h, eine Radzeit von 4:52 h. Ich lag zwar weiterhin unter meiner Marschtabelle, jedoch fehlten mir als 14. meiner Altersklasse genau zehn Minuten auf den 3. Platz.
Ich versuchte den nun folgenden Marathon nicht zu schnell zu beginnen und lief die ersten 10 Kilometer in 41 Minuten. Platz um Platz konnte ich gutmachen und bei Kilometer 25 war es dann soweit. Ich konnte den Drittlatzierten der Klasse M25 überholen und lag erstmals in diesem Rennen auf Hawaii-Kurs. Wenige Minuten danach bekam ich plötzlich starkes Seitenstechen, welches mich zum Gehen und sogar zum Stehenbleiben zwang. Ich wurde wieder überholt und sah meine Chancen schon schwinden. Gott sei Dank ließ das Seitenstechen aber bald nach und ich nahm mein Lauftempo wieder auf. Nach extrem harten letzten 10 Kilometern konnte ich dann getragen von einer unvorstellbaren Stimmung der geschätzten 100.000 Zuschauer den Zieleinlauf genießen und mit 9:08 h als gesamt 27. und Dritter meiner Altersklasse einlaufen.
Am 13. Oktober findet in auf Big Island, Hawaii die Ironman Weltmeisterschaft statt und ich werde am Start sein.